Cantus Levitas – Interview (2019)

Hey Metalheads,

wir haben das nächste Interview für euch. Diesmal ist es Cantus Levitas. Auf sie sind wir durch ihr Album Auf Grund gestoßen. Da mir die Videos sehr gut gefallen, wollte ich ihnen mal auf den Zahn fühlen.

1. Wenn man so auf Youtube stöbert, dann kann man noch Videos finden, wo ihr mitteralterliche Musik macht. Wie seit ihr von dem zum Folk Metal gekommen?

Das lief eigentlich alles recht parallel. Es stimmt, dass wir in der ersten Sekunde der Band mit mittelalterlicher Marktmusik gestartet haben. Dass wir Folk Metal machen wollen, stand jedoch sehr schnell fest. Die Band gibt es seit 2007, der erste Folk Metal-Auftritt war 2008. 

2. Wie seit ihr denn generell zusammen gekommen und auf die Idee Musik zu machen?

Angefangen haben wir wie fast jede Band mit der Auflösung einer anderen Band. Zumindest für zwei von uns. Der Rest wurde dann schnell eingeladen mitzumachen. Es hat sich zwar wenig an der Besetzung geändert, unseren letzten Neuzugang haben wir mit Chrissi an der Geige jedoch erst seit letztem Jahr, und wir sind sehr froh um diese Bereicherung.

3. Gibt es eine kleine Ankedote aus eurem Proberaum?

Es gäbe viele, nicht alle möchte man so öffentlich erzählen. Um eine kleine Anekdote zu bringen – wir hatten eine Zeit, da haben wir für jeden Fehler, den jemand gemacht hat „Verkackt-Striche“ verteilt. Der mit den meisten musste Bier ausgeben. Das war dann ein musikalischer Teufelskreis. Eine gute Zeit hatten wir dennoch.

4. Gerade ist ja euer Album „Auf Grund“ raus gekommen. Welche Ziele habt ihr mit dem Album oder ist das ein Ziel gewesen?

Es ist definitiv ein Ziel gewesen. Die Musik auf dem Album ist teilweise recht lange gereift, wie ein guter Wein oder Käse. Wir sind unglaublich froh, diese Auswahl unserer Songs endlich in bewährter Christoph Brandes-Qualität auf Tonträger zu haben. Das war viel Arbeit und sie hat sich in unseren Augen sehr gelohnt. Dass der Weg hier nicht endet, ist für uns auch klar. Die Musik nur auf Band zu haben, bringt einem recht wenig, wenn man sie nicht in die Welt herausträgt. Daher wollen wir vermehrt Konzerte spielen, unsere Musik mit anderen Menschen teilen und natürlich auch an neuer Musik arbeiten. 

5. Ihr habt auch Musikvideos zu den Songs gemacht. Wie entstehen die, was macht ihr euch da Gedankendrum, …?

Das ist ganz unterschiedlich und natürlich auch der Art der Songs geschuldet. In Ferne Ufer haben wir einen mächtigen Sound und es passiert viel. Es macht ja schon Spaß, Kili auf die Finger zu schauen, während er die Melodie runterdudelt. An der Stelle eignet sich ein Studiovideo sehr gut, da es den Leuten einen Eindruck gibt, wie die Platte entstanden ist. Windkreis ist ein Stück bei dem Live immer sehr viel rüber kommt, daher haben wir hier das Format des Livevideos gewählt. Karges Land hingegen transportiert eine ganz besondere Atmosphäre – zusammengefasst in einer hellgelben Farbe und der Undefiniertheit des Raumes – für uns ist das Video genauso geworden, wie wir es gewollt haben. 

6. Wird es weitere Alben geben und wenn ja, ist schon das nächste in Aussicht?

Es gibt bereits Lieder und etliche Ansätze. Das Material könnte bald geschaffen werden, wir müssen uns nur zunächst mit unserem jetzigen Album auf den Bühnen darstellen. Das nächste Album kommt bestimmt – und diesmal wird man nicht so lange warten müssen. Versprochen. 

7. Wie kommt es von einer Idee zu einem fertigen Song bei euch?

Auch das ist komplett unterschiedlich: Es kann sein, dass einen eine Thematik berührt, über die man textet. Dazu untermalt dann die Musik die Atmosphäre, die in dem Text enthalten ist. Es ist aber auch der Fall, dass uns Melodien oder Harmonien, in den Kopf kommen, aus denen dann Lieder entstehen, zu denen dann in der Atmosphäre des Liedes Texte geschrieben werden. Einige Songs sind auch wilde Kombinationen aus beidem und aus verschiedensten Federn. Generell werden diese ja in der Probe, egal wer die Songs geschrieben hat, nochmals deutlich verändert, sodass stets alle im Songwritingprozess eingebunden sind. 

8. Wie viel von euch steckt in den Lyrics in eurem Album?

Viel – von uns selbst, von unseren Freunden, unserer Familie. Irgendwo muss die Inspiration ja herkommen. Leere Texte schreiben sich auch nicht so einfach, wie die, die man selbst nachfühlen kann.

9. Viele Bands bringen ja erst mal eine EP heraus. Ihr habt euch für ein komplettes Album entschieden, warum?

Das lässt sich kurz beantworten: Es ist zwar nicht sehr bekannt, aber 2009 haben wir mit der „Feuertaufe“ eine Neun-Song-EP herausgebracht. 

10. Für manche ist eine 9-Song EP ja schon ein Album. Erzählt doch mal mehr über die EP. Kann man sich die anhören, wo bekommt man die?

Man kann sie mit Sicherheit irgendwo downloaden. Auf Youtube findet man noch 1-2 der älteren Songs. Allerdings ist die Platte ausverkauft. 

11. Wie seit ihr auf den Album-Titel gekommen?

An dieser Stelle beginnt die Grenze, an der wir nicht die Interpretationsmöglichkeiten unserer – ich nenn es mal Kunst – einschränken möchten, in dem wir vorgeben, warum das Album heißt wie es heißt. Sagen wir, es hat mehrere Bedeutungen und eine ist recht einfach zu greifen, wenn man sich die Songs durchhört und das Design des Albums betrachtet. Ich finde, es macht immer mehr Spaß, wenn man eben nicht weiß, was gemeint ist. Dann kann man die Songs auch viel besser auf sich selbst beziehen, so geht es mir zumindest selbst beim Auseinandersetzen mit Musik.

12. Alle Lieder sind auf deutsch, nur Altas Undas nicht. Was hat es mit dem Song auf sich und welche Sprache handelt es sich?

Die Sprache ist ein alter okzitanischer Dialekt. Das Stück ist das einzige, das keinen von uns gedichteten, sondern traditionellen Text hat. Dieser stammt etwa aus dem 12. Jahrhundert. Wir fanden den Klang der Sprache und die Message, die hinter dem Song steht, fesselnd und haben uns daher entschieden, die alte Lyrik auf unsere Weise zu vertonen. 

Kommentar verfassen

Posted by: Chiawen on

Schlagwörter: , , , ,